3. Reisetag – Montag, 23.12.2019 – Auf See

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Überall auf der ARTANIA hatte die Crew sehr schön und aufwändig weihnachtlich dekoriert.

Auch der heutige Seetag verlief ohne große Sensationen, also sehr ruhig und erholsam.
Wenn dies hier kein Blog wäre, sondern Facebook, könnte ich Fotos von den beiden Portionen Eis posten, die ich mir heute gegönnt habe (Doris übrigens auch). Die erste Portion zum Mittagessen und die zweite zum Abendessen. Wir haben uns zur Gewissensberuhigung mehrfach versichert, dass diese heutige Völlerei die absolute Ausnahme sei.
Vom übermäßigen Eisgenuss mal abgesehen, verhalten wir uns eigentlich nicht so, wie man das vom klassischen Kreuzfahrer erwartet. Hatten wir gestern schon den Maritimen Frühschoppen geschwänzt und die dort angebotenen Austern verschmäht, so fehlten wir heute beim ARTANIA-Weihnachtsbasar (lustiges Nagelspiel, Glühweinstand etc.), lauschten allerdings ein wenig bei „Katrin Gleiß-Wiedmann verzaubert Sie mit Jazz & Swing Hits zu Weihnachten!“.

 

 

4. Reisetag – Dienstag, 24.12.2019 (Heiliger Abend) – Auf See

Schreck in der Morgenstunde! Ging doch gestern der 1. Blogeintrag ganz problemlos online, war die Internetseite heute früh nicht erreichbar. Ein ansonsten fast leerer Bildschirm, nur oben links stand ganz lapidar „Error“, mehr brachte die Adresse 2020.pehoelzer.de nicht zutage.
Mein erster Gedanke war, dass meine Seite gehackt worden war, kam aber, nachdem ich ein wenig nachgeforscht hatte, zu dem Schluss, dass das Problem am Datenbankserver meines Providers liegen müsse. Aber ganz sicher war ich mir nicht. Eine Anfrage meinerseits bei besagtem Provider (https://www.webnet-service.de) blieb unbeantwortet und so war ich dann doch recht froh, als nach einigen Stunden der Blog wieder aufgerufen werden konnte.

Statler und Waldorf muppet Show ji

Nach der großen gestrigen Eisesserei, sollte heute der Fitnessraum aufgesucht werden, um ein wenig auf dem Ergometer zu strampeln. Also rein in den Sportdress, zu Fuß die 5 Stockwerke vom 4. (wo wir „wohnen“) zum neunten Deck hoch zum Fitnessraum. Hier jedoch quollen aus dem Raum heraus dutzende Jüngerinnen (und vereinzelte Jünger) von „Pontius und Pilates“ die, auf ihren Badelaken liegend, den Eingang versperrten; ein Durchkommen war unmöglich. Wegen des nasskalten Wetters wurden nämlich sämtliche sportlichen Programmpunkte, die eigentlich Outdoor, also außen auf dem hinteren Sonnendeck stattfinden sollten, in den Fitnessraum verlegt. Ich glaube, nur der Lauftreff „Walk a Mile“ musste ganz ausfallen. Jedenfalls wurden meine sportlichen Vorsätze so jäh im Keim erstickt. Da täglich mehrere dieser gymnastischen Programmpunkte stattfinden, musste ich erst einmal meine sportlichen Vorhaben auf Eis legen und auf besseres Wetter hoffen.
Der Heilige Abend selbst gestaltete sich derart, dass zunächst das Weihnachtsmenü eingenommen wurde. In den letzten Jahren war es auf den Phoenix-Schiffen üblich, dass neben den „normalen“ Hauptgerichten noch zusätzlich

... Der Klassiker ...Bockwürstchen mit Senf und Kartoffelsalat

auf der Speisekarte zu finden war. Zu unserer Enttäuschung wurde diese Tradition diesmal einfach fallengelassen.

Statt vieler Worte, hier der Auszug aus dem Tagesprogramm, um zu zeigen, wie Weihnachten an Bord gefeiert wurde.

Auszug aus Tagesprogramm

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Die Atlantic Showlounge, wo die Weihnachtsshow präsentiert wurde, war bis auf den letzten Platz besetzt. Sogar die ca. 30 Stühle aus der Bibliothek wurden beigeschafft. Die schlechte Qualität dieses Fotos ist der Tatsache geschuldet, dass der Fotograf nur aus dem hinteren Teil des Saals seine Kamera in Stellung bringen konnte.

 

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Spät, fast schon zu zu spät, wurde der guten alten "Würstchen-mit-Kartoffelsalat-Tradition" Rechnung getragen.


Jeden Abend wird gegen 22:00 Uhr in Harry’s Bar der Late Night Snack angeboten, so auch heute. Und siehe da, neben Gulaschsuppe, Canapés, Fruchtspießen und sonst noch dies und das, gab es zur Feier des Tages auch Würstchen mit Kartoffelsalat.

 

 

5. Reisetag – Mittwoch, 25.12.2019 – Lissabon (Portugal)

Am Vormittag erreichten wir den Tejo, den wir flussaufwärts hochschipperten, unterquerten die 1966 erbaute Hängebrücke, die in Konstruktion und Farbe der Golden Gate Bridge in San Francisco sehr ähnlich ist. Auf der südlichen Seite des Tejo befindet sich die imposante Christusstatue, die wiederum sehr an die Statue in Rio de Janeiro erinnert. Schon hatten wir die ersten zwei Wahrzeichen von Lissabon im Sack.

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Die monumentale Christusstatue und die "falsche" Golden Gate Bridge liegen bereits 1-2 Seemeilen hinter uns.

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Lissabon, wir kommen!



Gegen 11:30 Uhr machten wir schließ­lich an der Pier am Pas­sa­gier­terminal fest.

 

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Nach dem Mittagessen, so gegen 14:00 Uhr, betraten wir wieder festen Boden. Ein genaues Ziel hatten wir nicht.
Eigentlich hätten wir uns ganz gerne mit öffentlichen Verkehrs­mitteln in den flussabwärts gelegenen Stadtteil Belém begeben. Dort befinden sich einige Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht kennen, unter anderem der Padrão dos Descobrimentos, das Denkmal für die portugiesischen Seefahrer und Entdecker. Da es uns aber nicht gelang, aus den Fahrplänen schlau zu werden und wir auch nicht herausbekamen, wie und wo man Tickets kaufte, beschränkten wir uns auf die Altstadt, die wir gut zu Fuß erreichen konnten. Die dortigen Highlights kannten wir zwar bereits, was sich aber als großer Vorteil erweisen sollte.

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Zum Beispiel der Elevador de Santa Justa, ein Personenaufzug, der den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado verbindet. Als wir seinerzeit dieses touristische Muss in Angriff nahmen, war die Sache absolut stressfrei und im Gegensatz zu heute nicht mit ewig langer Warterei in einer schier endlosen Warteschlange verbunden.

 

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Auch die Fahrt in einer der historischen Straßenbahnen hatten wir bereits absolviert. Das war auch schon damals kein echter Genuss, da diese Bahnen so voll waren, dass man das Feeling einer Ölsardine in der Büchse sehr gut nachempfinden konnte. Auch heute war das keinen Deut besser, sodass wir gerne auf eine Wiederholung der Fahrt verzichteten.

 

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Nein, der Boden war nicht gewellt, sondern vollkommen plan und glatt. Eine gelungene optische Täuschung. Man musste aufpassen, dass man nicht ins Schwanken geriet.



Vielmehr ließen wir uns einfach, ohne dem touristischen Leistungsdruck ausgesetzt zu sein, ganz einfach treiben und kamen in eine äußerst belebte weihnachtlich geschmückte Straße innerhalb der Fußgängerzone, wo Straßenkünstler, Gaukler und Musikanten um die Gunst des Publikums buhlten.

 

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Dieser Musiker unterhielt das Publikum mit seiner singenden Säge (Foto machen: 1 €).

 

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Was war hier denn passiert? Darüber kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich war dem Weihnachtsmann der ganze Trubel zu viel und zu stressig. Da hat er den Job geschmissen!

 

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Nach einer Kaffeepause dämmerte es allmählich und nun kam langsam die überall angebrachte Weihnachtsbeleuchtung mehr und mehr zur Geltung.

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Großer grüner künstlicher Weihnachtsbaum
(von außen).

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Großer grüner künstlicher Weihnachtsbaum
(von innen).

Gegen 18:30 Uhr mit ein wenig wehen Füßen ging es zurück auf die ARTANIA, wo schon das Weihnachtsgalaabendessen wartete – Gänsebraten.

An dieser Stelle ein kleiner Gruß an meine Freunde und Kappenbrüder vom 1. Wächtersbacher Carnelvalverein 1961 e.V.. Das Gänseessen bei Euch im November war um Klassen besser.

 

 

6. Reisetag – Donnerstag, 26.12.2019 – Seetag

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Irgendwie ist Weihnachten schon vorbei. Zwar ist es noch überall auf dem Schiff geschmückt und der Plätzchenteller auf der Kabine ist noch reichlich gefüllt mit Dominosteinen, Spekulatius und sonstigem Kaloriengedöns, aber die festliche Stimmung ist dem Bordalltag gewichen.

 

So kämpfen wir mit einem sehr instabilen Internet. Manchmal fliegen wir im Minutentakt raus und müssen uns mühsam wieder einloggen mit Namen, Kabinennummer, 8-stelliger Pin und einem Bestätigungshäkchen, dass wir die Datenschutzbestimmungen akzeptieren. Das nervt. Und für die ca. 135 Euro, die uns die Internetflatrate auf der ARTANIA pro Monat kostet glauben wir, etwas mehr erwarten zu dürfen.
Ein entsprechendes Gespräch mit dem Kreuzfahrtdirektor verläuft positiv und der IT-Offizier würde jetzt des Öfteren irgendwelche Speicherbereiche löschen, die wohl überlaufen und die Abbrüche verursachen.
Abends in Harry’s Bar befinden sich im Repertoire der laufenden Hintergrundmusik dann doch noch einige weihnachtliche Klänge.

  

 

7. Reisetag – Freitag, 27.12.2019 – Arrecife/Lanzarote (Spanien)

Jetzt lief es doch nicht so gut mit dem Internet auf dem Schiff. Wir trafen uns deshalb mit dem IT-Offizier, der schließlich unseren Account zunächst löschte und dann wieder neu anlegte. Seitdem läuft’s ganz gut mit dem World Wide Web.

Um 12:00 legte die ARTANIA pünktlich an der Pier von Arrecife an. An der Rezeption wurden gestern Tickets für einen Shuttlebus verkauft (5€/Person). Dabei mussten wir eine Uhrzeit für die Hinfahrt angeben und wir entschieden uns für eine relativ späte Zeit, nämlich 14:45 Uhr, sodass wir erst in Ruhe Mittagessen konnten ehe wir das Städtchen erkundeten.

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Die AIDAnova (Baukosten: 950.000.000 US$) mit ca. 5.000 Passagieren und 1.500 Mann/Frau Besatzung lag bereits an der Pier.

 

Arrecife ist ein typisches Touristenstädtchen. Rund um eine künstlich angelegte Lagune reihen sich Restaurants, Tapasbars und Straßencafés. Gleich um die Ecke befindet sich eine Einkaufsstraße.

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Für einen Ausflug auf eigene Faust zu den Feuerbergen oder einen der schwarzen Strände war ein halber Tag etwas zu kurz, sodass wir uns mit dem touristischen Standardprogramm begnügten, nämlich ein wenig bummeln, in der Kirche eine Kerze anzünden und in einem Straßencafé die anderen Touristen und die Einheimischen vorbeidefilieren zu sehen.

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Nach dem Auslaufen um 21:00 Uhr wurde ein großes Tapas-Buffet im Foyer der ARTANIA für die ausgehungerten Reisenden eröffnet. Da wir erst um halb neun unser Abendessen beendet hatten, begnügten wir uns mit dem Betrachten der kleinen und großen kulinarischen Leckereien und der kunstvollen Deko.
Aber Hut ab, da hat die Küche wirklich Großes geleistet.

 

 

8. Reisetag – Samstag, 28.12.2019 - Santa Cruz de Tenerife/Teneriffa (Spanien)

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Drei von 6 Kreuzfahrschiffen. V. l. n. r. MS AMADEA, MS ARTANIA und die AIDAstella.



Ankunft um 8:00 Uhr im Hafen von Santa Cruz. Hier lagen bereits 5 andere Kreuzfahrtschiffe. Ob diese geballte Ladung an Kreuzfahrern für eine Hafenstadt dienlich ist, sei einmal dahingestellt.
Eines der 5 anderen Schiffe war die AMERA, die ebenfalls für Phoenix fährt.

 

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Face to face: Die AMERA (l.) und die ARTANIA (r.).

 

Eine Freundin hatte uns einen gut ausgearbeiteten Vorschlag per Mail zugeschickt, wie man mit Bussen das Hinterland erkunden kann. Teneriffa ist bekannt für sein vorbildliches öffentliches Bus-System. Aber wie so oft, hat bei uns die Trägheit gesiegt, gepaart mit den Berührungsängsten gegenüber örtlichen Busfahrplänen, sodass wir beschlossen, lediglich die Örtlichkeiten in Hafennähe zu erkunden.

Ein erster Gang führte uns jedoch zu einer etwas abgelegeneren Pier, wo der russische Großsegler Kruzenshtern lag (eingedeutscht: Krusenstern; russisch Крузенште́рн,), eine imposante Viermastbark.

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Die Kruzenshtern.

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Das sog. "Bunkern" erfolgt nicht mit einem Förderband, sondern mit einer Menschenkette.

 

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Dort hatten wir auch gesessen, als uns die Schweiz beinahe den Krieg erklärt hätte.


Als wir uns auf den Rand eines Brunnes setzten, um den Stadtplan zu studieren, versuchte uns eine Gruppe Schweizer sehr rüde von unseren Sitzplätzen zu vertreiben, weil wir die Ästhetik ihrer fotografischen Kunst störten. Da wir den Kasernenhofton einfach ignorierten, wurden sie verbal ausfallend, was uns allerdings nur dazu veranlasste, unser Kartenmaterial noch genauer und ausgiebiger zu studieren.

 

So wussten wir jetzt genau, wo sich die Iglesia de la Concepción (Kirche der unbefleckten Empfängnis) zu finden ist oder wo genau der Mercado Municipal Nuestra Señora de África La Recova liegt, eine Markthalle mit imposantem Eingangstor und Arkaden, wo an diesem Samstagvormittag reges Markttreiben herrschte. Unsere ersten Ziele waren also ausgemacht.

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Morbider Charme.

 

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Puppentheater haben weltweit ...

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... die gleiche Faszination für die Kinder.

 

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Auf der AMERA war vieles neuwertiger als auf der ARTANIA. So ließ der Fitnessraum auf der AMERA keine Wünsche offen.

Als wir gegen 15:00 Uhr zurück zum Hafen kamen, statteten wir der AMERA noch einen Besuch ab. Normalerweise kommt man nicht so ohne weiteres auf andere Kreuzfahrtschiffe, aber da die AMERA ja auch ein PHOENIX-Schiff ist, war das kein Problem.
Die AMERA ist erst seit wenigen Monaten für Phoenix unterwegs. Bis dato hieß sie Prinsendam, wurde für 40 Millionen Euro runderneuert und bekam in den PHOENIX-Farben einen neuen Anstrich.

 

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Jam-Session auf dem Außendeck achtern auf der ARTANIA.


Normalerweise beobachten wir gerne die Ablegemanöver und das Auslaufen der ARTANIA an der Reling. Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl und Erlebnis, wenn sich der Koloss ganz langsam in Bewegung setzt, den Hafen verlässt und das nächste Ziel ansteuert. Aber als wir heute gegen 23 Uhr ablegten, lagen wir schon in unseren Kojen.

 

 

9. Reisetag – Sonntag, 29.12.2019 – Auf See

Die vielen Seetage sind ganz nach unserem Geschmack. Man kann das Bordleben genießen, erlebt wenig, was interessant genug für den Blog ist, spart also Schreibarbeit und lebt völlig entschleunigt in den Tag hinein, denn man braucht sich ja um nichts kümmern.

Am Nachmittag gab es einen Cocktailempfang für alle Passagiere, die die gesamte Weltreise mitmachen, immerhin stattliche 332 an der Zahl.

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Auf dem Außendeck mittschiffs befindet sich die Kopernikus Bar.
Der Platz reichte gerade so für die große Zahl der Weltreisenden.

 


Das Dreigestirn der Kreuzfahrt, nämlich der Kapitän, der Kreuzfahrtdirektor und die Hoteldirektorin richten einige schöne Worte an uns, ......

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Das "Dreigestirn": Kapitän Wojciech Ziolkowski, Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka und Hoteldirektorin Maria Zelenka.

 

..... wobei der Kapitän den Vogel abschoss und verkündete: “Liebe Gäste, ich habe Sie alle schon jetzt ins Herz geschlossen.“ Das glaube ich ihm natürlich unbesehen!
Ich frage mich nur, ob auch die anderen 750 Passagiere, die nur einzelne Etappen dieser Reise gebucht haben, ebenfalls noch Platz in seinem Herzen haben oder ob hierfür sein 1. Offizier herhalten muss.

 

10. Reisetag – Montag, 30.12.2019 – Auf See

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Wie meistens beginnt an Seetagen nach dem Frühstück mein „Arbeitstag“ im „Büro“, um an der Fortführung des Blogs zu arbeiten. „Mein Büro“ ist der frühere Jamaika-Club, das Spielzimmer auf Deck 3. Heute nennt sich der Raum „Bibliothek“ und ist, wie der Name schon sagt, Bibliothek aber auch gleichzeitig weiterhin Spielzimmer. Die Möblierung ist neu und ansprechend und durch einen Raumteiler optisch in zwei Hälften gegliedert. Unter der Bibliothek darf man sich nicht wirklich etwas Dolles vorstellen. Hier werden in den Schränken die ausrangierten Simmels und Konsaliks aufgehoben, die frühere Passagiere an Bord gelassen haben. Einzig die mehrbändige in Leder gebundene Ausgabe von „The New Encyclopædia Britannica“ von 2005 verleiht der Mini-Sammlung einen Hauch von Exklusivität.
Dort wo früher die Bibliothek war – auf Deck 7 – befinden sich jetzt 2 oder 3 neue Kabinen.

Um 11:00 musste ich meine Arbeit im Büro unterbrechen, weil der „ARTANIA FernSEEgarten“ in der Kopernikus-Bar (Außendeck 8 mittschiffs) losging und ich meiner journalistischen Pflicht als Blog-Schreiber nachkommen musste.

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Der Eisschnitzer in Aktion.


Geboten wurde Gesang, ein bisschen Akrobatik, Plaudereien über die Arbeit in Küche und Bar, das Ganze also durchaus angelehnt an Kiwis ZDF-Fernsehgarten. Man beachte allerdings die unterschiedlichen Schreibweisen.

 

Noch während die Veranstaltung lief, wechselten Doris und ich von der Kopernikus Bar an den Pool, um dort ein paar Runden zu schwimmen. Poolbesuche empfehlen sich, wenn Veranstaltungen laufen oder das Mittagessen ansteht. Dann hat man Platz und kann tatsächlich ein paar (zugegeben kurze) Bahnen schwimmen.

 

 

11. Reisetag – Dienstag, 31.12.2019 – Porto Novo/Insel Santo Antao (Kapverdische Inseln)

Kap Verde, amtlich Cabo Verde, portugiesisch Cabo Verde ist ein afrikanischer Inselstaat, bestehend aus den Kapverdischen Inseln mit neun bewohnten Inseln im Zentralatlantik, 570 Kilometer vor der Westküste des afrikanischen Kontinents. Der Archipel hat eine Landfläche von 4033 km² und etwa 546.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Praia.
Die Kapverdischen Inseln waren vor ihrer Entdeckung und Besiedlung durch Portugiesen unbewohnt. Aus der Durchmischung der Kulturen europäischer Siedler und afrikanischer Sklaven bildete sich eine neue kreolische Kultur. (Quelle: Wikipedia)

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Pünktlich um 8:00 ankerten wir vor dem kleinen Hafen in Porto Novo auf der Insel Santo Antao . Die dortige Pier war zu klein für unser großes Schiff, sodass die Passagiere mit den Rettungs­booten an Land gebracht wurden.

 

In diesem Fall spricht man allerdings dann nicht von Rettungs- sondern von Tenderbooten, denn wir werden ja nicht gerettet, sondern werden an Land getendert.
Da nicht alle 1000 Passagiere gleichzeitig, trotz der drei sich im Einsatz befindlichen Tenderboote, an Land gebracht werden können, muss eine Reihenfolge festgelegt werden. So kamen zunächst die Leute dran, die Ausflüge gebucht hatten und deren Busse bereits an Land warteten. Erst dann kommen die „Freigänger“ deckweise an die Reihe. Damit das Ganze geordnet ablaufen kann, sammeln sich die einzelnen Gruppen nach einem Zeitplan in der Atlantic Lounge und werden von dort zum Einstieg in die Tenderboote geführt.
Da auch wir einen Ausflug gebucht hatten, begaben wir uns bereits um 9:00 Uhr, wie es der Zeitplan vorsah, gebügelt und gekämmt in die Atlantic Lounge und tenderten an Land. Dort warteten 3 Minibusse auf uns, die jeweils 10 Leute aufnahmen um uns quer über die Insel in das Städtchen Ribeira Grande zu fahren. Unsere Ausflug war als reiner Transfer ausgelegt, also ohne örtlichen Reiseleiter und den damit verbundenen Erklärungen. Hier sollte der Weg das Ziel sein. Und so war es auch.

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Auch wenn wir auf der "falschen" Seite des Busses saßen, gab es trotzdem schöne Motive.

Im Hafenbereich gab es kaum Grün und die Landschaft war recht karg. Aber schon nach einigen Kilometern Fahrt in Richtung Gebirge änderte sich das mehr und mehr. Und vor allem die hohen steilen Berge und die tiefen Täler boten einen atemberaubenden Anblick. Leider saß ich auf der falschen Seite im Bus. Die eben beschriebene Grandiosität gab es nur in Fahrtrichtung rechts, während es links, wo wir saßen,  landschaftlich etwas beschaulicher zuging. Also war da erst mal nix mit Fotografieren. Aber auf der Rückfahrt werden wir dann auf der interessanteren Seite sitzen.
Erwähnenswert ist sicherlich noch, dass die Straße nach Ribeira Grande, die wir anderthalb Stunden lang befuhren, von Anfang bis Ende nicht asphaltiert sondern gepflastert ist, also eine prima Holperstrecke.

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Der Ort selbst war touristisch kaum erschlossen, also keine Souvenirshops. Da nicht nur unsere 3 Transferbusse, sondern auch „richtige“ Ausflüge den Ort als Ziel hatten, war dieser fest in der Hand der Phoenix-Touristen. Und die Hauptbeschäftigung dieser Phoenix-Ausflügler war während des knapp einstündigen Aufenthalts  Schlangestehen vor der einzigen öffentlichen (und kostenlosen) Toilette des Städtchens. Wir selbst konnten die Zeit etwas besser nutzen, da wir in einem kleinen Supermarkt mit angeschlossenem Café 1 € für eine Flasche Wasser investierten und deshalb (ohne Schlangestehen) das dortige WC benutzen durften. So hatten wir genügend Zeit ein wenig durch die Gassen zu schlendern, bevor wir wieder zurück zu unserem Bus mussten.
Blöd war jetzt nur, dass wir nicht mehr über das Gebirge zurückfuhren, sondern an der Küste entlang. Also gibt es keine Fotos von den spektakulären Talschluchten. Dafür war die Straße jetzt asphaltiert und zu gucken gab es ja auch hier immer noch etwas.
An der Tenderpier warteten schon 2 Tenderboote sowohl auf unseren als auch auf die anderen Ausflüge, die ziemlich zeitgleich dort alle ankamen. Wir kamen genau in das erste Boot nicht mehr rein, das alsbald die Pier Richtung ARTANIA verließ. So nahmen wir im zweiten Boot Platz, das sich auch relativ schnell gefüllt hatte und eigentlich ebenfalls fertig für die Abfahrt zur ARTANIA war. Eigentlich, denn es fuhr und fuhr nicht ab. Alle Leute nahmen dies klaglos hin. Alle? Nein, einer fragte höfflich aber bestimmt einen Offizier von der ARTANIA, der an der Tenderpier stand, was denn der Grund für die Verzögerung sei, schließlich ging es schon  stark auf 14:00 Uhr zu und die Restaurants auf dem Schiff drohten zu schließen. Der Fragesteller erhielt die einleuchtende Antwort, dass es zurzeit wegen des starken Schwells zum Tendern zu gefährlich sei. Der Fragesteller (ein gewisser Peter H.) bemerkte noch, dass es durchaus sinnvoll wäre, die Passagiere über die Situation zu informieren. Der Offizier zeigte sich sehr einsichtig und kam dieser Empfehlung auch nach. Es wurde sogar noch kundenfreundlicher. Man bot uns an, wieder auszusteigen; wir würden informiert, wenn es wieder weiter ginge.
Der Schwell, auch oft als Dünung bezeichnet, also langgezogene hohe Wellen machen das Tendern tatsächlich gefährlich. Zwar schaukelt dann das Boot ganz gewaltig während der Fahrt, aber das ist nicht das Problem. Erst beim Anlegen und Festmachen an der Gangwayplattform der ARTANIA wird es knifflig, denn dort bleibt das Boot nicht ruhig liegen, sondern fährt wie ein Fahrstuhl auf und ab, was beim Übergang vom Boot zur Gangway eine gewisse sportliche Beweglichkeit erfordert, die naturgemäß bei vielen Passagieren nicht gegeben ist.

 

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Wir nahmen das Angebot, wieder aussteigen zu können, gerne an. Im nahegelegen Hafengebäude gab es eine Cafeteria, wo wir auch eine Kleinigkeit zu Essen bekamen und mit Euros bezahlen konnten.

Nachdem das Tendern wieder weiterging, fuhren wir zur ARTANIA zurück. Der Schwell hatte zwar nachgelassen, verlangte aber von den Crewmitgliedern, die den Leuten beim Übergang vom Tender zur Gangway Hilfestellung leisteten, ganze Arbeit ab. Immer für die kurzen Augenblicke, an denen der Tender relativ ruhig lag, musste man beherzt einen großen Schritt machen, um auf die Gangway rüber zu kommen. Bei ängstlichen oder zögerlichen Passagieren mussten die Crewmitglieder dann recht kräftig zupacken, um diese schnell und sicher auf die Gangwayplattform zu hieven.


Um 18:30 Uhr legten wir mit halbstündiger Verspätung ab, hatten es aber nicht sehr weit bis zum nächsten Hafen Mindelo auf der Nachbarinsel São Vicente.  Gerade mal schlappe 8 Seemeilen ist Mindelo von Porto Novo entfernt. Schon eine halbe Stunde später machten wir an dieser neuen Destination wieder fest und der Silvesterabend konnte seinen Lauf nehmen.

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Auch im Lido-Buffetrestaurant ging es festlich zu.


Galadinner, Silvestershow, kapverdische Folklore in der Phoenix Bar und auch in den anderen Bars gab es die verschiedensten Musikdarbietungen.

 

Überall auf den Außendecks wurden Sektstationen aufgebaut, um rechtzeitig alle 1000 Gäste getränkemäßig versorgen zu können.
Vor zwei Jahren auf der AMADEA gelang es Doris, die keinen Alkohol trinkt, nicht, statt des Sekts, der in Strömen floss (gratis) ein Gläschen Orangensaft zu bekommen.
Aus dieser Erfahrung heraus fragten wir kurz bei einer der Sektstationen, ob es denn auch O-Saft geben wird. Betroffen stellte man fest, dass man wieder nicht an den Saft gedacht hatte. Aber es wurde sofort Abhilfe geschaffen, sodass ich diesmal um Mitternacht mit Doris anstoßen konnte.

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Alle im Hafen und auf Reede liegenden Schiffe begrüßten das Neue Jahr 2020 mit ohrenbetäubendem Tuten ihrer Schiffshörner und Schiffssirenen. Im Ort wurde eine großes 20-minütiges Feuerwerk abgebrannt.

So begrüßt die christliche Seefahrt das Neue Jahr 2020.
Der Kameramann muss allerdings noch üben, um die Schwenks ruhiger hinzubekommen.

 

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Für einige Minuten fanden die Damen vom Sekt-Service Zeit, sich das Feuerwerk anzuschauen.


Achtern am Außendeck in der Phoenix Bar bot das große Mitternachtsbuffet dem ausgehungerten Gast Gelegenheit noch rasch eine Gulaschsuppe, ein Würstchen, einen Krapfen oder etwas Fischiges zu sich zu nehmen.

 

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Die Spirit Band, ansonsten mit Schlager und Pop für die Tanzabende in der Pazifik Lounge zuständig, rockte an diesem Abend was das Zeug hielt. Mit Songs von Status Quo, Deep Purple, Tina Turner usw. hielten sie die Stimmung am Kochen.

 

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12. Reisetag – Mittwoch, 01.01.2020 – Mindelo/Insel São Vicente (Kapverdische Inseln)

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Frisch und unverkatert begannen wir an diesem Neujahrsmorgen um 10:00 Uhr Mindelo einen Besuch abzustatten. Der Ort war an diesem Vormittag wahrscheinlich noch verschlafener als sonst.

 

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Das Highlight war sicherlich unser Besuch der Ausstellung „Akuaba Africa“ im Palácio de Povo, dem rosafarbenen ehemaligen Gouverneurspalast. Hier wurde moderne afrikanische Kunst gezeigt, die uns sehr angesprochen hat.

 

 

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Moderne Kunst mit traditionellen afrikanischen Motiven.

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Er würde sofort wieder in Deutschland anfangen zu arbeiten,
wenn man ihn denn ließe.


Auf unserem Weg durch die Straßen grüßte uns ein Mann in deutscher Sprache. Man kommt ins Gespräch („Woher sprechen Sie gut deutsch?“). Wir erfuhren, dass er zwei Jahre in Deutschland als Elektriker  gearbeitet hat, allerdings ohne gültige Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis. Bei einer Kontrolle flog er auf und befand sich innerhalb von zwei Tagen wieder auf den Kap Verden. Ein Mann, der in dieser Zeit fast fließend Deutsch sprechen gelernt hat, der als Elektriker sicher zu den Facharbeitern zu zählen ist, an denen wir in Deutschland einen Mangel haben, wurde abgeschoben.
Finde den Fehler!
Nicht die Qualifikation, nicht die Sprache, nicht die Bereitschaft zur Integration ist das Problem, sondern die gründliche deutsche Bürokratie.

 


Auf den Kap Verden ist Arbeit Mangelware, nicht von ungefähr waren an jeder Ecke bettelnde Menschen zu sehen.

 

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Nicht nur die großen Sehenwürdigkeiten, sonder auch die kleinen ...

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... scheinbar unbedeutenden Motive machen dem Betrachter Freude.

 

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Man sieht noch ein wenig von der Silvester-Deko am Heck der ARTANIA.



Nach knapp 4 Stunden „Neujahrs­spaziergang“ zog es uns wieder zum Schiff zurück.

 

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Da bemerkte Doris, dass sie ihr Mäppchen mit dem Bordausweis nicht mehr hatte. Das Mäppchen steckte ursprünglich in der Brusttasche ihrer Bluse und jetzt eben nicht mehr. Wir erinnerten uns, dass ganz am Anfang unseres Besichtigungstrips ein junger Mann sehr aufdringlich „Happy New Year“ wünschte und dabei den Arm um Doris legte, die sich zwar dagegen wehrte, aber da war das Mäppchen wohl schon weg. Dass gleichzeitig ein „Bekannter“ des Umarmers auftauchte, bestätigt nur unseren Verdacht, dass es sich bei der Aktion um das sogenannte Antanzen gehandelt hat. Im Tagesprogramm wurde übrigens vor Taschendieben gewarnt.
Der Schaden war allerdings sehr begrenzt. Außer dem Mäppchen und dem scheckkartengroßen Bordausweis ging noch ein Zettel mit unserem Paßwort zum Schiffsinternet verlustig. Da für den Missbrauch dieser Daten unser Dieb noch den Username, die Kabinennummer (diese standen weder auf dem Zettel noch auf dem Ausweis) und das Schiff selbst benötigt hätte, machte uns das wenig Kopfzerbrechen.
Der gestohlene Ausweis und das Mäppchen wurden von Phoenix an der Rezeption klaglos ersetzt. Erst jetzt gab es kleinere Irritationen. Mit dem neuen Ausweis von Doris bekam auch das elektronische Schloss unserer Kabine eine neue Codierung, denn der Ausweis dient gleichzeitig als Kabinenschlüssel. Leider hatte niemand daran gedacht, dass jetzt mein Bordausweis nicht mehr als Türöffner funktionierte. Als ich später dann merkte, dass ich nicht mehr in unsere Kabine komme, ließ ich meine Karte an der Rezeption neu kodieren. Dabei muss die Dame wohl auch gleichzeitig noch schnell eine neue Schlosskodierung konfiguriert haben. Das Ergebnis ist ja bereits bekannt. Jetzt kam Doris nicht mehr alleine in die Kabine rein. Erst im dritten Anlauf (am nächsten Tag), als wir Beide an der Rezeption vorstellig wurden, hatte jeder wieder eine Karte, die sowohl als Kabinenschlüssel als auch zur Kontrolle beim Verlassen (Checkout) und dem Betreten des Schiffs (Checkin) funktionierte.


Um 18:00 verließen wir pünktlich den Hafen von Mindelo.

 

 

13. Reisetag – Donnerstag, 02.01.2020 – Praia/Insel Santiago (Kapverdische Inseln)

Heute konnten wir nicht pünktlich anlegen. Der Lotse hatte wohl verschlafen. Als die ARTANIA ca. 1-2 Seemeilen vor dem Hafen von Praia den Lotsen an Bord nehmen wollte, war keiner da. Über die üblichen Funkfrequenzen bekam der Kapitän auch keinen Kontakt zur Hafenbehörde. Erst per Handy gelang es, jemanden an die Strippe zu bekommen. Dort wurde versprochen, dass der Lotse in 8 Minuten an Bord kommen würde, eine äußerst sportliche Zeitprognose. Natürlich war kein Lotse nach 8 Minuten da, auch nicht nach 20 Minuten. Erneute Nachfrage, was denn los sei. Ja, das Lotsenboot hat einen technischen Defekt und kann nicht losfahren, aber der Lotse würde jetzt mit einem Schlepper zu ARTANIA gebracht.
Und so geschah es, dass wir überglücklich, wenngleich etwas verspätet, an der Pier im Hafen von Praia festmachten.
Da wir für den Nachmittag eine Tour im Geländewagen gebucht hatten, hätten wir am Vormittag per Shuttlebus ins Zentrum von Praia fahren können. Aber die Zeiten, wo wir die touristischen Gelegenheiten zu 100% ausnutzten sind vorbei und wir lassen es lieber ruhig angehen. So nutzten wir den Vormittag an Bord, um eine Runde im Pool zu schwimmen. Wir waren die Einzigen im Wasser und rund um den Pool war auch nicht viel los.
Wir kamen zur Erkenntnis, dass es wohl optimal wäre, an Landtagen an Bord zu bleiben und hingegen die Seetage für die Landgänge zu nutzen. (Finde den Fehler!)

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Fotostopp irgendwo im Gelände.


Am Nachmittag startete die bereits erwähnte Tour mit den Geländewagen. Wir wurden in 3er- und 4er-Gruppen eingeteilt und auf die vorhandenen Geländewagen verteilt. Wir hatten Glück, da Doris, ich und ein alleinreisender Herr eine 3er-Gruppe bildeten und wir so reichlich Platz in dem Fahrzeug hatten. Doris und der Fahrer saßen vorne, der Herr und ich ebenfalls sehr bequem hinten.
Im Gegensatz zu der Fahrt vorgestern, war die Gegend heute sehr karg, teilweise einer Wüste sehr ähnlich. Es ging abseits der geteerten Straße ins Gelände. Wir machten mehrere Stopps, wobei sich eigentlich nicht erschloss, wozu eigentlich.

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Der Rechte (das ist jetzt nicht politisch gemeint) mit der FCB-Kappe war unser Fahrer.

 

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Dieses helle Gestein auf dem wir stehen
ist eigentlich wertvoller Rohstoff.

Zwei Stopps sind allerdings doch erwähnenswert.
Bei dem einen sagte ich spöttisch, dass es sich um einen Ablageplatz für Bauschutt handeln könne. Und das war gar nicht so verkehrt. Das helle Gestein eignet sich vorzüglich für die Herstellung von Zement und wurde deshalb abgebaut und verarbeitet. Allerdings könnten die Chinesen, wie der Guide erklärte, den Zement sehr viel billiger liefern als die einheimische Produktion, so dass diese dann ganz zum Erliegen kam.

 

 

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Wieso es zu dieser im Grunde ungesunden Entwicklung kam, war dann auch schnell erkennbar. Das Gestein wurde mit einfachen Werkzeugen abgebaut und mit einem Stampfer manuell pulverisiert. Dass dieses Verfahren nicht konkurrenzfähig ist, liegt auf der Hand.

 

Die Frage, warum allerdings die Regierung nicht die Voraussetzungen schafft, dass hier in die notwendige Technologie investiert wird, bleibt offen.

 

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Der zweite, etwas interessantere Stopp, war an einem Strandrestaurant. Hier gab es auch ein kleines Hotel und ein ganz klein wenig Tourismus für Leute, die es einfach und schlicht lieben.

 

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Um ein Resümee zu ziehen: Die Fahrt war zwar nicht spektakulär, aber zeigte ungeschminkt wie die Gegend und die Dörfer hier sind.

 

 


Ein kleiner Unfall trübte die Fahrt etwas. Wir fuhren im Konvoi und ein Wagen fuhr auf seinen Vordermann auf. Der Unfallverursacher wirkte sehr verzweifelt, obwohl der Schaden überschaubar schien. Vielleicht hatte er Angst, seinen Job als Fahrer zu verlieren. Die Insassen des Unglücksfahrers wurden auf andere Fahrzeuge verteilt, wohl weil man nicht ganz sicher war, ob das Fahrzeug nicht doch einen größeren Schaden abbekommen hatte.

 

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Was den Ausflug ebenfalls trübte und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, war die dichte Dunstglocke, die die Gegend einhüllte. Ursache war feiner Sand in der Luft, der aus Afrika herübergeweht wurde. So war es kaum möglich, halbwegs gute Landschaftsaufnahmen zu machen.

 

Am Abend um 18:30 Uhr konnten wir pünktlich auslaufen. Der Lotse hatte wohl seinen Mittagsschlaf rechtzeitig beendet und lotste uns sicher aus dem Hafenbecken durch die schmale Hafeneinfahrt aufs offene Wasser und wurde vom mittlerweile wieder intakten Lotsenboot aufgenommen, während wir mit südwestlichem Kurs unseren nächsten Hafen ansteuerten, den wir erst nach 6 Seetagen erreichen werden.

 

 

Der Blogger

Der Blogger Peter Hölzer

Peter Hölzer (*23.12.1953) ist der Blogger

Aus dem Gästebuch ...

Ahoi aus der Kurpfalz!

Eure Weltreise habe ich permanent am PC begleitet bis Australien.

Nochmals Danke für das Logbuch.

Die Quarantänezeit der Artania und
Rückfahrt und die Sorge um die Crew als auch die verbleibenden Gäste verfolgte ich tgl. am PC über die marinetraffic.Jetzt ist Artania endlich „zu Hause“.
Bleibt alle gesund und hoffentlich bald wieder Cruising round the...

Weltreise musste abgebrochen werden

Am 14.3.2020 wurde die Entscheidung der Reederei bekannt gegeben, die Weltreise abzubrechen.

Näheres hier: Abbruch der Weltreise durch Phoenix

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03.08.2020

Die letzten 4 Tage auf dem Schiff - ein beinahe Liveticker

Vom 26, März 2020 bis zum  Evakuierungsflug am 29. März gab es ständig neue und wechselnde Informationen. Sobald eine neue Info bekannt wurde, habe ich sie in einem "Extra-Beitrag" sofort hier im Blog Online gestellt, fast wie in einem Liveticker,
Diesen "Extra Beitrag" findet man hier!

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