14. Reisetag – Freitag, 03.01.2020 – Seetag

Ein ganz gewöhnlicher Seetag, der wenig bietet, was es wert ist, im Blog zu dokumentieren. Wir sprechen bei Seetagen gerne vom „Urlaub im Urlaub“.
Das Tagesprogramm ist pickepacke voll mit allerlei Vergnüglichkeiten und Beschäftigungstherapie für gelangweilte Kreuzfahrer, aber auch interessanten Vorträgen. Die an Bord befindliche Lektorin Katharina Bahlcke wird durch die Bank für ihren Vortragsstil und die Vermittlung von Wissen und Informationen von allen Seiten gelobt.
Ich selbst habe trotz „Urlaub im Urlaub“ wenig Zeit, Vorträge oder Bastelkurse zu besuchen, da die Pflicht in Sachen Blogarbeit ruft, eine Pflicht, die mir allerdings viel Spaß macht.
Einen Vortrag, der von Phoenix gerne und oft engagierten Psychologin Uta von Diemer möchte ich aber nicht unerwähnt lassen.
Lesen Sie selbst:
Praenatal

Ich wundere mich deswegen ein wenig, da bei den an Bord befindlichen Kreuzfahrern die Quote der Frauen im gebärfähigen Alter und die Paare mit Kinderwunsch im unteren Promille-Bereich liegen dürfte. Also ist der Vortrag nicht im Bereich Lebenshilfe anzusiedeln, sondern eher unter akademischer Allgemeinbildung zu betrachten.
Aber vielleicht wird ja nächste Woche ein Vortrag „Sex im Alter“ angeboten????

Am frühen Nachmittag wird plötzlich unser südlicher Kurs auf Nordost gewechselt. Wir werden per Bordlautsprecher vom Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka darüber informiert, dass ein Crewmitglied dringend in ein Krankenhaus gebracht werden müsse, um dort operiert zu werden. Deshalb nehmen wir jetzt Kurs auf Dakar, der Hauptstadt des Senegals. Dort soll dann die sogenannte „medizinische Ausschiffung“ des Patienten erfolgen.
Fährt die ARTANIA in der Regel eine Geschwindigkeit von 15 Knoten (ca. 27,8 Km/Stunde), so betrug unsere Geschwindigkeit jetzt etwas mehr als 20 Knoten (ca. 37 Km/Stunde).

 

 

15. Reisetag – Samstag, 04.01.2020 – Seetag

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In der sog. Cruise-Show werden über das Bord-Fernsehen ständig aktuelle Daten über aktuellen und geplanten Kurs, Wetterdaten, aktuelle Koordinaten etc. gezeigt.
Hier sieht man recht gut, dass wir ca. 18 Stunden, nachdem wir Praia auf den Kap Verden verlassen hatten, abrupt den Kurs Richtung Dakar geändert haben. (Zum Vergrößern der Fotos einfach drauf klicken.)

Gegen 9:00 Uhr erreichten wir die Gewässer vor Dakar, wahrscheinlich einige wenige Seemeilen vom Hafen entfernt. Land war nicht zu sehen, was an der immer noch aus Sand bestehenden Dunstglocke lag. Hier hat sich seit Praia nichts geändert.
Warum wir nicht den Hafen direkt angelaufen haben, mag darin begründet sein, dass keine Pier zum Anlegen frei war. Oder aber es konnte pragmatische Gründe haben, da ein Festmachen gleichzeitig eine Einreise bedeutet, mit allen damit verbundenen Formalitäten, Papieren und Regelungen.
So war die Überführung des Patienten ins Krankenhaus eher mit Tendern unter erschwerten Bedingungen zu vergleichen. An der Aktion waren 3 Boote beteiligt. Zunächst legte sich ein Zodiak mit mehreren Mitarbeitern des Krankenhauses längs an die ARTANIA. Über eine Jakobsleiter gelangten sie auf unser Schiff, um den Zustand und die Transportfähigkeit des Patienten zu beurteilen. Ein weiteres Boot nahm schließlich das erkrankte Crew-Mitglied auf, während die ganze Aktion von einem Boot der Küstenwache begleitet wurde.

 

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Ich habe mir lange überlegt, ob ich mich in die Reihe der Fotografen an der Reling einreihe, um Fotos zu machen und das Manöver zu beobachten oder nicht. Ich habe mich dann entschieden, mir zumindest den Anfang der Aktion anzusehen, ein paar Fotos zu machen und dann wieder in das Schiffsinnere zu entschwinden.
Die Einschätzung, ob ich jetzt ein Gaffer bin oder nicht, kann nun jeder selbst treffen.
Das Manöver gelang und die ARTANIA drehte ab und fuhr weiter unter Vollgas Richtung Süden.
Jetzt konnte man sich wieder Gedanken machen, wie der Reiseverlauf fortgesetzt werden könnte. Durch die hohe Geschwindigkeit, die beibehalten wurde, sowie günstige Wind- und Strömungsverhältnisse, waren nur geringfügige Änderungen der Routenplanung notwendig. So sollte die Insel St. Helena nicht am 8. sondern erst am 9. Januar angelaufen werden und die Aufenthaltsdauer auf einen halben Tag verkürzt werden. Auch die geplante Umrundung von Ascension Island würde stattfinden.
Somit war wieder alles im grünen Bereich und das Bordleben ging einmal mehr seinen geregelten Gang.

 

 

16. Reisetag – Sonntag, 05.01.2020 – Seetag

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Das heute Sonntag ist, merkten wir höchstens daran, dass es beim Frühstück Sekt gab und zur Feier des Tages die Kaffeestunde um 15:30 Uhr unter dem Motto „Alles Schokolade“ stand.

 

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Inzwischen hat sich auf dem Schiff eine Erkältungswelle ausgebreitet. Das Wartezimmer bei den beiden Schiffsärzten ist zu den Sprechstunden brechend voll. Das wissen wir allerdings nur aus Erzählungen anderer Mitreisenden, denn zum Glück wurden wir selbst verschont.
Vor den Restaurants wird jetzt streng kontrolliert, dass man sich an den Eingängen der Restaurants die Hände desinfiziert.
Ansonsten: Keine besonderen Vorkommnisse.

 

17. Reisetag – Montag, 06.01.2020 – Seetag

Gegen 8:45 Uhr überquerte die ARTANIA den Äquator. Die eigentliche Äquatortaufe war für 11:15 Uhr in der Kopernikus Bar angesetzt und anscheinend alle 930 Passagiere (endlich weiß ich die offizielle Zahl) fanden sich auf Deck 8 und den Balustraden auf Deck 9 ein.

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Neptun (alias Max von Phoenix) ...



Das Spektakulum und der Mummenschanz ist immer gleich. Neptun und sein Gefolge erscheinen mit viel Lärm und Getöse. Neptun beschwert sich ob des frevelhaften Eindringens unseres Schiffchens, beschimpft ein wenig Kapitän und Passagiere und lässt sich dann mit einer Flasche Schnaps besänftigen.

 

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... und sein Team.

 

Nun kann, wer will, sich taufen lassen Zuerst muss man einen Fisch küssen, dann wird man mit bunter Sahne eingeseift und schließlich in den kleinen Pool geschmissen. Dafür erhält der Täufling schließlich einen Wodka und alle Passagiere, ob getauft oder nicht, am Abend eine Urkunde auf die Kabine.
So war es immer und so wird es immer sein.
Um aktuelle Fotos zu machen, wohnten wir dem Anfang der Zeremonie bei, um dann gleich im großen Pool schwimmen zu gehen. Hier trafen wir nur auf wenige Tauf-Verweigerer.
Allerdings hätte ich Fotos von unserer Tour auf der Artania 2015 nehmen können. Das hätte sicher niemand bemerkt. Aber Fakenews oder Fakefotos in meinem Blog?

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Und alle alle kamen.

 

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Am Nachmittag stand schon wieder ein Mega-Event auf der Tagesordnung, nämlich die Übergabe des Wunschbaums an die See. Seit den Weihnachtstagen stand ein Tannenbaum in Harry’s Bar. An den selbigen konnte man kleine Zettelchen befestigen, auf die die Leute persönliche Wünsche schrieben. In einer Trauerzeremonie wurde nun Abschied vom Wunschbaum genommen, denn dieser wurde am heutigen Tag der Heiligen Drei Könige den Wellen des Atlantiks übergeben.

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Dieses Video wurde von mir am 6.Jan. 2018 auf der MS AMADEA aufgenommen. Aber da dort die Zeremonie einschließlich des gespielten Trauermarsches absulut identisch war, kann es hier ohne Bedenken noch einmal verwendet werden. ????

 

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18. Reisetag – Dienstag, 07.01.2020 – Seetag

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Das 2. Netbook, das auf dem Foto zu sehen ist, gehört Doris. Sie versucht, die größten orthographischen Böcke, die ich beim Schreiben geschossen habe, wieder auszumerzen.



Den Vormittag verbrachte ich wieder mal in meinem „Büro“.

 

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Noch vor dem Mittagessen kam die Insel Ascension in Sicht. Dieses Inselchen, zwischen Afrika und Südamerika gelegen, gehört zum Britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha. Die Hauptstadt ist Georgetown. Hier leben ca. 800 Menschen. Die Insel ist von strategischer Bedeutung und wird von den Amerikanern als Militärstützpunkt und Spionage- und Abhörstation der NSA genutzt. Als „Normalsterblicher“ und Nicht-Einheimischer hat man kaum eine Chance, die Insel betreten zu dürfen, da hier das Militär und die Geheimdienste sehr restriktiv die notwenige Einreiseerlaubnis erteilen. Geplant war laut Routenplan eine Umrundung der Insel, aber aus Zeitgründen fuhren wir nur dicht vorbei. Eine Umrundung wäre auch relativ wirkungslos verpufft, da die Zeit fürs Mittagessen immer näher rückte und nur die Wenigsten würden an der Reling stehen bleiben.

Schaschlik

Und so ließen wir schon bald die Insel hinter uns.

Am Nachmittag hieß es, sehr tapfer zu sein, denn das Tagesprogramm versprach:

Eissalon

Da aber auch beim Mittag- und beim Abendessen eine Eisstation lockt und da wir uns die Beschränkung auferlegt hatten „maximal 1 Eis pro Tag“, mussten wir dieser Veranstaltung schweren Herzens fernbleiben.

 

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Ca. 19:00 Uhr: Idyllischer Sonnenuntergang vor dem Abendessen.


Der Rest des Tages verlief unspektakulär, sieht man einmal davon ab, dass wir zum ersten Mal am Abend das Bordkino besuchten, um uns einen Film anzuschauen. Es wurde der mit vier Oscars ausgezeichnete Film „Bohemian Rhapsody“ gezeigt.

 

 

19. Reisetag – Mittwoch, 08.01.2020 – Seetag

Dass die Kombination Internet und ARTANIA nicht immer problemlos ist, hatte ich ja schon kurz erwähnt. So können sich die Passagiere ein sogenanntes Paket erwerben. Damit können sie ins Internet und wenn die gebuchte Datenmenge verbraucht ist, muss ein neues Paket gekauft werden oder man kann eben nicht mehr ins Internet. Dieses Angebot wird gerne genutzt, aber damit beginnen die Probleme. Trotz einer vorhandenen (knappen) schriftlichen Anleitung tauchen immer wieder die vielfältigsten Fragen auf, wie etwa diese:
- Wie verbinde ich mich überhaupt mit dem Schiffs-WLAN?
- Warum ist mein Paket verbraucht, obwohl ich nur eine Mail versendet habe? (Weil dein Smart-Phone ein geheimes Eigenleben führt und im Hintergrund Apps aktualisiert und so dein schönes Datenkontingent verbrät!).
- Ich habe meine Telefon-PIN vergessen, was nun? (Da kann Phoenix gar nichts machen!)
Also gehen diese Passagiere, und das sind nicht wenige, mit ihren Problemen und Problemchen zur Rezeption, wo jeder einzelne eine persönliche Beratung erhält, soweit das mit dem technischen Knowhow der Rezeptionsbesetzung überhaupt möglich ist. Auf jeden Fall blockiert das den normalen Betrieb, und Doris hat schon das ein oder andere mal lange warten müssen, um zum Beispiel Kleingeld für den Waschsalon zu wechseln oder um einen Techniker zu ordern, weil die Klimaanlage in der Kabine nicht ordentlich klimatisiert.
Jetzt hat die Reiseleitung hierzu eine Superidee. Einen Workshop, um solche Fragen zu klären.

WLAN-Workshop

Statler und Waldorf muppet Show ji

Dass die Erkenntnis für die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung bereits nach fast dreiwöchiger Reisedauer erfolgt, ist schon bewundernswert.
Die von mir grob skizzierten Probleme, die viele Mitreisende mit dem Schiffsinternet haben, sind nicht neu. Wir haben genau diese Phänomene bereits vor zwei Jahren auf der AMADEA und vor drei Jahren hier auf der ARTANIA beobachtet. Und auch der Umgang damit ist absolut identisch. Statt gleich am Anfang der Reise eine gute und umfassende Informationsveranstaltung anzubieten, versuchen Rezeption und Reiseleitung erstmal aufwändig dem nicht immer technisch sehr verständigen Passagier individuell zu helfen.

 

 

20. Reisetag – Donnerstag, 09.01.2020 – St. Helena/St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

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Soeben haben wir unseren Ankerplatz vor St. Helena erreicht.

St. Helena ist ein völlig unbedeutendes Inselchen mitten im Atlantik und gehört genau wie Ascension Island zum Britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha. Etwas weniger als 5000 Bewohner bevölkern dieses Eiland, das knapp 2000 Kilometer von der afrikanischen und gut 3000 Kilometer von der südamerikanischen Küste entfernt ist.
Naja, ganz unbedeutend ist dieses englische Lummerland (11 km x 15 km) nun doch nicht, denn hierher wurde 1815 Napoleon verbannt; er verstarb hier auch 6 Jahre später und die Insel lebt bis heute vom Mythos Napoleon Bonaparte.
Phoenix bot zuerst gar keine Ausflüge an und empfahl, die Insel auf eigene Faust z. B. mit einem Taxi zu erkunden. Da aber wegen der medizinischen Ausschiffung vor einer Woche der Aufenthalt von 12 auf 6 Stunden verkürzt wurde, vermittelte Phoenix jetzt Inselrundfahrten, die von einheimischen Tourveranstaltern durchgeführt werden (50 € pro Person).
Wir hätten die Insel sehr gerne auf eigene Faust per Taxi erkundet, befürchteten aber, das, wenn innerhalb eines halben Tages mehr als 900 Phoenix-Passagiere die Insel überfallen, die Transportmittel knapp werden könnten und entschieden uns für das Angebot von Phoenix.
Pünktlich um 7:00 Uhr wurde der Anker vor St. Helena geworfen und um 8:30 Uhr saßen wir im Tenderboot und wurden an Land gebracht.

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Die Tenderboote werden bereitgestellt.


Während des Frühstücks wurde mehrfach gewarnt, dass auf Grund des heftigen Schwells am Anleger des Tenders erhöhte Vorsicht geboten ist. Personen, die auf Stöcke oder Rollatoren angewiesen oder gebehindert sind, sollten lieber auf der ARTANIA bleiben.

 

An der Anlegestelle wurden wir auf verschiedene kleine bis höchstens mittelgroße Busse verteilt. „Unser“ Bus fasste ca. 20 Passagiere. Brian, so wurde er uns von einem örtlichen Touragenten vorgestellt, war unser Fahrer.

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Taxen und weitere privat zu charternde Minibusse waren übrigens keineswegs Mangelware, wie wir befürchtet hatten, aber jetzt saßen wir halt mit 19 weiteren Phoenix-Passagieren im Bus und mussten mit unserer Entscheidung leben, denn hadern wäre eh zwecklos gewesen. Und los gings.

 

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Der Fahrersitz ist vorne rechts, denn auf der Insel herrscht Linksverkehr.


Die Insel ist sehr gebirgig (bis 800 Meter) und die Serpentinen, die wir befuhren, waren sehr schmal und die Haarnadelkurven mehr als eng. Aber Brian war ein guter, besonnener und sicherer Fahrer, was wir besonders bei Gegenverkehr feststellen konnten, wenn sich die Fahrzeuge mit nur wenigen Zentimetern Abstand aneinander vorbei manövrieren mussten.
Es gab keinerlei Erklärungen, denn es war weder ein örtlicher Reiseleiter noch jemand von Phoenix im Bus. Das war auch so angekündigt und verkauft worden und somit völlig in Ordnung.

 

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Blick auf Jamestown, die Hauptstadt von St. Helena.


Außerdem sprach die Landschaft für sich selbst, sowohl während der Fahrt als auch bei den eingelegten Fotostopps.

 

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Ein Muss auf St. Helena ist natürlich ein Besuch des Grabs von Napoleon, obwohl er mittlerweile exhumiert und zurück nach Paris in den Invalidendom verfrachtet wurde. Zum einen, weil die Franzosen ihren Kaiser zurückhaben wollten, zum anderen, weil es Bonaparte in seinen Memoiren so gewünscht hatte.
Das Grab war absolut unspektakulär, aber in eine wunderschöne Landschaft eingebettet.

 

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Zum Grab führte ein ca. 1 Kilometer langer Weg ...

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... durch eine üppige Planzenwelt.

 

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Ein leeres Grab als Pilgerstätte.

 

Ein weiterer Stopp war am „Longwood House“ dem Exilwohnsitz Napoleon Bonapartes während seiner Verbannung. Interessant ist, dass dieses Areal unter französischer Verwaltung steht. Die Franzosen hatten es 1858 für 7100 Pfund gekauft.

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Das "Longwood House" steht auf französischem Territorium. St. Helena selbst gehört zwar zum britischen Überseegebiet, aber nicht zur Europäischen Union. Damit haben wir hier eine Außengrenze zur EU - egal ob es zum Brexit kommt oder nicht. ????

 

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Im" Longwood House" selbst war Fotografieren verboten, sodass hier keine Fotos von Napoleons Bett und Badewanne gezeigt werden können. Allerdings habe ich dieses Foto stellvertretend für Bonapartes gesamten Hausrat und Garderobe im Internet auf der Seite sainthelenaisland.info gefunden.

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Im angeschlossenen Souvenirshop war das Fotografierverbot dann wieder aufgehoben.


 

Hier sei mir eine kurze persönliche Meinungsäußerung erlaubt.
Ich kann den Personenkult, die Verehrung und Glorifizierung um Napoleon nicht nachvollziehen bzw. nicht gutheißen. Er war ein Aggressor und hat Europa mit Kriegen überzogen. Sein Russlandfeldzug steht übrigens dem von Hitler in nichts nach, sowohl in Sachen Grausamkeit und Sinnlosigkeit als auch in der Erfolglosigkeit mit unzähligen Opfern auf beiden Seiten. Ich weiß, dass ich mich damit zumindest in Frankreich auf politisches Glatteis begeben würde. Und ich weiß, dass Hitlervergleiche Schüsse sind, die oft nach hinten losgehen - aber das riskiere ich jetzt einfach.

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Diana's Peak. Diese Erhebung wurde nicht nach Lady Di, sondern nach der Göttin der Jagd benannt.


Unser nächster Fotostopp war dann aber absolut unpolitisch, nämlich Diana’s Peak, mit 812 Metern die höchste Erhebung von St. Helena. Da die Höhenunterschiede zwischen Meeresspiegel und den mehreren hundert Meter hohen Bergen quasi in Sichtweite stattfinden, ist Diana‘s Peak weitaus spektakulärer als z. B. der Feldberg im Taunus, der sogar noch ein paar Meter höher ist.

 

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Die berühmte, mittlerweile im Alter von über 180 Jahren verstorbene Riesenschildkröte Jonathan, galt als ein weiteres Wahrzeichen von St. Helena. Sie wurde durch mehrere, nicht minder durch ihre Größe beeindruckende Exemplare ersetzt. Im Hintergrund ist der Palast des Gouverneurs "Plantation House" zu sehen.

Nach ein paar weiteren Stopps konnte, wer wollte, am Postamt in Jamestown (ca. 650 Einwohner, Inselhauptstadt) aussteigen. Wir waren bei den „Aussteigern“ dabei, während der Rest weiter zur Tenderpier gefahren wurde.

 

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Der letzte Stopp fand an der sogenannten Jakobsleiter statt.
Diese steile Treppe besteht aus 699 Stufen und überwindet eine Höhe von 180 Metern.

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Bei unseren Bummel durch Jamestown fanden wir auch das untere Ende der Jakobsleiter. Zum Glück war keine Zeit mehr, dieses Ungetüm zu besteigen.

 

An dieser Stelle kann ich feststellen, dass unsere Entscheidung, die von Phoenix vermittelte Inselrundfahrt zu buchen, doch kein Fehler war. Zum einen wurden alle Sehenswürdigkeiten wie sie im Reiseführer aufgeführt waren stressfrei abgeklappert und zum anderen war die „Reisegesellschaft“ in unserem Bus sehr angenehm. Es wurde beim Ein- und Aussteigen Rücksicht genommen und nicht gedrängelt, was eigentlich eine Selbstverständlich sein sollte, es aber leider oft nicht ist.

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Der letzte Tender fuhr mal wieder ohne uns.


In Jamestown bummelten wir ein wenig durch die Straßen und begaben uns dann gegen 13:30 Uhr langsam zur Tenderpier, denn um 14:00 sollte dort der letzte Tender ablegen.
Sollte! Aber ähnlich wie schon in Porto Novo auf den Kap Verden, schien den Verantwortlichen das Tendern von dieser Anlegestelle wegen des Schwells jetzt zu gefährlich. Das gerade abfahrende Boot war das Letzte, dass noch mit Passagieren gefüllt wurde.
Jetzt hatte Phoenix bzw. die Schiffsleitung unter Kapitän Franz W. Ziolkowski das Problem, da ja die Zeit drängte, die noch ca. 100 an Land verbliebenen Passagiere auf die ARTANIA zu schaffen.

 

Die Lösung: Es gibt noch eine Anlegestelle, die geschützter, aber etwas abseits liegt. Es wurden auf die Schnelle einige Busse gechartert, die uns zu diesem Anleger bringen sollten. Es dauerte nicht lange und wir konnten in einen der nun bereitgestellten Kleinbusse einsteigen. Die Fahrt dauerte nur ca. 15 Minuten, aber wir werden sie trotzdem so schnell nicht vergessen. Um zur neuen Anlegestelle zu gelangen, mussten wir „über“ einen Berg fahren. Die Serpentinen, die wir jetzt bewältigen mussten waren noch steiler und die Kurven noch enger als bei unserer Tour am Vormittag. Und der Fahrer war leider nicht Brian, sondern er war anscheinend ein Nachfahre eines japanischen Kamikazefliegers. Wenn er am Berg wegen Gegenverkehr warten und dann wieder anfahren musste, würgte er auch schon mal den Motor ab, während er bei der Bergabfahrt in einen wahren Geschwindigkeitsrausch verfiel. Die Regel, den Berg im gleichen Gang hinunterzufahren wie man ihn hinauffährt, ignorierte er beiläufig. Mir war da schon ein wenig mulmig und ich hoffte, dass die Bremsen nicht heiß liefen. Die Sitznachbarin von Doris hatte solche Angst, dass ihr übel wurde und sie zu zittern anfing und mit Pfefferminz und Mineralwasser abgelenkt und beruhigt werden musste.
Schließlich kamen wir dann doch heil an, hatten aber das Gefühl, dass das Tendern weitaus weniger gefährlich gewesen wäre, als die gerade erlebte Höllenfahrt.

Um 15:00 Uhr wurde mit halbstündiger Verspätung der Anker gelichtet und mit Höchstgeschwindigkeit von 21 Knoten (ca. 38 km/h) nahmen wir Kurs auf das 1200 Seemeilen (2600 km) entfernte Walfischbai in Namibia.

 

21. Reisetag – Freitag, 10.01.2020 – Auf See

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Trinkgeld ist für Teile der Crew kein Zubrot, sondern gehört zu deren Einkommen. Zwar ist das Geben von Trinkgeld grundsätzlich freiwillig, aber wer auf das Geben von Trinkgeld verzichtet, bringt die MitarbeiterInnen des Housekeepings, des Restaurantbereichs und die "stillen Geister" (z.B. Wäscherei) um ihren verdienten Lohn.
Wir haben zwecks Trinkgeldübergabe eine eigene Fachkraft mit auf die Reise genommen. (Eni ist nicht der Name des kleinen Waschbärs, sondern der unserer Kabinenstewardess.)

Heute wurde mit Hochdruck am Blog gearbeitet, damit er online gehen kann. Die nächsten 14 Tage werde ich nur sehr wenig Zeit haben, Text zu schreiben, Fotos zu sichten und Beides dann in Form zu bringen.
Denn übermorgen, wenn wir in Walfischbai in Namibia ankommen, werden wir für 4 Tage von Bord gehen. Zusammen mit einem befreundeten Ehepaar haben wir eine Überlandtour gebucht. Ein Fahrer wird uns am Hafen abholen und in den Etosha-Nationalpark fahren, wo wir hoffentlich viele Tiere in der Natur sehen werden. Wir werden in Lodges übernachten. Am vierten Tag fliegen wir von Windhoek nach Kapstadt und besteigen dort wieder die ARTANIA. In dieser Zeit bleibt der Laptop auf dem Schiff.
In Kapstadt wird ein Passagierwechsel stattfinden, weil dort ein neuer Reiseabschnitt beginnt. An den darauf folgenden Tagen geht es dann Schlag auf Schlag mit nur einem einzigen Seetag dazwischen. Erst ab 24. Januar wird es wieder etwas „ruhiger“.

 

Der Blogger

Der Blogger Peter Hölzer

Peter Hölzer (*23.12.1953) ist der Blogger

Aus dem Gästebuch ...

Ahoi aus der Kurpfalz!

Eure Weltreise habe ich permanent am PC begleitet bis Australien.

Nochmals Danke für das Logbuch.

Die Quarantänezeit der Artania und
Rückfahrt und die Sorge um die Crew als auch die verbleibenden Gäste verfolgte ich tgl. am PC über die marinetraffic.Jetzt ist Artania endlich „zu Hause“.
Bleibt alle gesund und hoffentlich bald wieder Cruising round the...

Weltreise musste abgebrochen werden

Am 14.3.2020 wurde die Entscheidung der Reederei bekannt gegeben, die Weltreise abzubrechen.

Näheres hier: Abbruch der Weltreise durch Phoenix

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22.10.2020

Die letzten 4 Tage auf dem Schiff - ein beinahe Liveticker

Vom 26, März 2020 bis zum  Evakuierungsflug am 29. März gab es ständig neue und wechselnde Informationen. Sobald eine neue Info bekannt wurde, habe ich sie in einem "Extra-Beitrag" sofort hier im Blog Online gestellt, fast wie in einem Liveticker,
Diesen "Extra Beitrag" findet man hier!

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